Chronik

Das Weberhaus / Neubau Kiosk - 1999 / 2000

Bericht Neubau des Kioskgebäudes im Jahre 2000

 

Beim Umzug vom alten unteren Campingplatz auf den neuen oberen Platz im Jahre 1985/86 wurde der damalige Kiosk ebenfalls gezügelt. Der Kiosk war zu dieser Zeit eine Element-Holzbaracke, die auseinandergeschraubt und am neuen Standort wieder zusammengebaut werden konnte.

 

Auf dem neuen Platz wurde die Baracke dann auf ein Fundament gestellt, seitlich etwas verlängert und hinten durch eine Werkstatt und ein Warenlager ergänzt. Der seitliche Anbau war die Wohnung des Campwarts und bestand aus einer Küche, einem kleinen Badezimmer und einem Wohn-Schlaf-zimmer. Die Baracke war kaum isoliert und konnte somit nur während der Campingsaison genutzt werden.

 

Dies hatte zur Folge, dass wir nur Campwarte anstellen konnten, die bereit waren, in diesen einfachen Wohnverhältnissen zu leben und die für den Winter eine andere Wohnung hatten oder den Winter irgendwo im Süden verbrachten.

 

Wir wollten jedoch ein Campwartpaar, das die Wohnung ganzjährig nutzen kann und somit möglichst auch einige Jahre hintereinander als Platzwart zum Waldhort schaut.

 

Zusammen mit unserem Mitglied Ruedi Kienzler, Architekt, entwarfen wir Pläne für ein neues Kioskgebäude samt Abwartswohnung. Unsere Anforderungen waren: 

 

       ein Laden-, Reception-, Küchen-, Büroarbeitsplatz mit Blick auf den Eingang, der von einer Person bedient werden kann. 

       Dann eine Wohnung für 2 Personen und ev. 1 Kind. 

       Zudem eine grosse Garage samt Werkstatt, sowie zusätzliche WC‘s, Waschräume, ein Lager und ein Vereinsarchiv. 

 

Das neue Gebäude musste zudem zu unserem bescheidenen Budget passen und möglichst rasch gebaut sein.

 

Durch Ruedi kam der Kontakt zur deutschen Firma Weberhaus zu Stande, welche aus Holz individuelle Fertighäuser baut. Bald schon wurden Pläne gezeichnet, abgeändert usw., bis der definitive Entwurf geboren war. Basierend darauf erstellt dann Weberhaus einen ausführlichen Werkvertrag.

 

Für die Detailgestaltung wurden Janine Kelbert, Hardy Klepel, Peter Züger, Ruedi Kienzler und ich für drei Tage in ein Hotel nach Rheinau/Linx eingeladen. Dort mussten wir in weitläufigen Ausstellungshallen bei Weberhaus entscheiden, welche Boden- und Wandplatten wir möchten, welche Lichtschalter, Steckdosen, Wasserarmaturen, Lavabos, WC-Schüsseln, Türen, Fenster usw. wir wünschen und ob sich die Türen nach links oder rechts öffnen sollen. Eine enorme Aufgabe und immer darauf bedacht das Budget einzuhalten, da Sonderwünsche nicht im Preis inbegriffen waren. 

 

Den alten Kiosk inserierten wir „zum Verschenken“ in einer Zeitung und tatsächlich meldete sich jemand aus Ungarn, der gegen Saisonende 1999 drei Arbeiter nach Reinach schickte, welche den Kiosk komplett zerlegten. Daraufhin kam ein riesiger ungarischer Lastwagen, der sämtliches Material und noch vieles mehr vom nicht mehr benötigten Inventar mitnahm.

 

Kurz darauf - nach Saisonschluss - begannen die Aushubarbeiten für den Keller des neuen Kioskgebäudes. Die Bodenplatte wurde betoniert und darauf die Keller-Fertig- Elemente montiert. Anschliessend konnten die Zwischenböden und die Wandelemente, welche auf einem Dutzend spezieller Plattformen angeliefert wurden, mittels eines Kranwagens montiert werden. Schon nach wenigen Tagen war der Rohbau des neuen Kioskgebäudes fertig.

 

Als nächstes erfolgte durch lokale Unternehmen, aber im Auftrag von Weberhaus, der Einbau der sanitären Installationen sowie der ganzen Elektroinstallation. Am Schluss wurde noch die Aussenverkleidung mit Holzelementen (Stülpschalung) angebracht. 

 

Diese waagrechte Holzverkleidung war eine Auflage der Bauverwaltung Reinach, da die Hütte auf der Banntagswiese und das ehemalige Clubhaus vom FC Reinach ebenfalls eine derartige Fassade aufwiesen und somit ein „einheitliches Bild“ entlang des Heidewegs entstehen würde. Im Gegensatz zu den beiden anderen Gebäuden sollte unser Kioskgebäude nicht wie eine einfache Alphütte aussehen und so wählen wir als Fassadenfarbe betongrau.

 

Mit den Umgebungsarbeiten samt Garagenzufahrt und Anpassung der Strasse fanden die Arbeiten für den Kioskneubau ihren Abschluss. Das Gebäude wurde dann im Frühling 2000 mit einem Fest eingeweiht und dem Campwart übergeben.

 

Das Campwartpaar hatte seit Saisonbeginn bis zur Fertigstellung der Wohnung mit ihren beiden grossen Hunden in einem angemieteten Wohnwagen gewohnt. Diese Wohnsituation hatte ihnen derart zugesagt, dass sie die ganze Saison 2000 im Wohnwagen blieben und die Abwartswohnung nicht betraten. Auf die Saison 2001 folgte dann Familie Wegmann, die während 10 Jahren als Campwarte den Waldhort führten.

 

Roger Leisinger

Ehrenpräsident