Chronik
Der Waldhort im Ausnahmezustand
Fussball !!! - Europameisterschaft 2008 !!! - und der Waldhort ist im Ausnahmezustand
Da Basel einer der Austragungsorte für die Fussball EM war, hatte sich der Vorstand im Vorfeld der EM überlegt, zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten auf der Banntagswiese oder dem dazumal noch unbebauten Feld zwischen Hauptstrasse und Dornacherweg anzubieten.
Diese Idee wurde aber bald aufgrund der zusätzlich benötigten Infrastruktur wie Strom- und Wasseranschlüsse, WC’s, Duschen und zusätzliches Überwachungspersonal fallen gelassen. Stattdessen wurde geplant, den Waldhort gut zu füllen.
Eigentlich war vorgesehen, die eingehenden Reservationen möglichst der Reihe nach sorgfältig zu platzieren. Aus diesem Plan wurde jedoch nichts.
Herr Wegmann (Campwart) hatte mich am Freitagmittag angerufen, unser Computer hätte automatisch über 1‘000 Reservationsanfragen „selbständig“ bestätigt. Wir stellten daraufhin das Reservationsprogramm ab und meine Frau und ich begannen im Geschäft Karten zu kopieren, wie man von Reinach nach Bubendorf (dem offiziellen Fan-Camp) fahren kann.
Meinen Sohn Tobias schickte ich zur Unterstützung von Fam. Wegmann auf den Waldhort. Als ich gegen 18.00 Uhr per Fahrrad dort eintraf, war der Platz komplett gefüllt.
Eine Menschenmenge stand um den Pool und veranstaltete mit Bier in den Händen ein „Wettbrüntzle“. Auf meiner Parzelle und auch bei meinen Nachbarn standen jeweils zusätzlich 3-4 kleine Zelte. Mit Hilfe der Polizei konnte dann das Eingangstor endlich geschlossen werden und die davor Wartenden abgewiesen werden. Mit meinem Freund Remo begab ich mich daraufhin zur Kreuzung Dornacherweg/Heideweg und leitete die anreisenden Holländer mittels der vorbereiteten Kartenkopien nach Bubendorf um.
So ging es die ganze Nacht. Wir konnten keine fünf Minuten in dem von Remo’s Frau Diana bereitgestellten Auto ausruhen. Jeder Ankommende zeigte uns seine schriftliche Reservationsbestätigung und wir mussten jedem erklären, dass der Platz leider voll sei.
Die Stimmung war trotzdem toll und auch von Seiten der ruhegestörten Anwohner gab es keine Reklamationen. Um 3.00 Uhr nachts meldete Freddy, der Clubhauswirt, er sei völlig leergetrunken - auf gut Deutsch, es gibt kein Bier, kein Wein, kein Gin oder Vodka, es ist einfach nichts mehr da.
Um 7.00 Uhr besuchte uns die Polizei und meldete, dass die Camps in Bubendorf sowie in Liestal mittlerweile auch voll seien und dass wir weitere Ankommende auf den Fan-Parkplatz in Aesch weiterleiten sollen.
Gegen 8.00 Uhr fuhr dann bereits der Feldschlösschen-Lastwagen den Heideweg hinunter und brachte den von Freddy bestellten Getränke-Nachschub.
Kurz darauf meldete der Platzwart, dass sämtlich Abfallcontainer voll seien. Ich versuchte daraufhin, leider erfolglos (Samstagmorgen!), bei Entsorgungsfirmen eine Abfallmulde zu zu bestellen. Als Notlösung bat ich dann ein CCBB-Mitglied, das gerade zum Einkaufen fahren wollte, ein Dutzend 110-Liter-Abfallsäcke zu besorgen, damit wir den Abfall darin zwischenlagern konnten.
Gegen Mittag kamen keine weiteren Ankömmlinge mehr und wir konnten unseren Einweisungsposten auflösen. Überall in den Vorgärten am Dornacherweg lagen Holländer in Schlafsäcken herum, die unter freiem Himmel campiert hatten.
Am Nachmittag reisten die Oranje-Fans in die Stadt, um mit einem gewaltigen Fan-Marsch ins Joggeli zu pilgern.
So kehrte für einige Stunden etwas Ruhe auf dem Waldhort ein.
Nach dem verlorenen Spiel gegen Russland reisten die Holländer am Sonntag enttäuscht ab und hinterliessen uns diverse Camping-Utensilien (wie nach einem Openair- Konzert), die wir mit einigen Helfern einsammelten. Am Mittwoch war dann noch der Halbfinal mit den Deutschen in Basel, die jedoch nicht so zahlreich auf dem Waldhort campierten.
Zusammenfassend kann festgestellt werden,
· Wir hatten eine super Stimmung auf dem Waldhort.
· Wir haben im Clubhaus und mit dem Campingbetrieb gutes Geld verdient.
· Wir mussten das Bassin außerplanmäßig putzen und neu befüllen.
· Wir haben einige Mitglieder verärgert, weil sie ihre Parzelle nicht mit dem PW befahren konnten und 3-4 Tage nicht im Pool baden durften.
Nochmals einen grossen Dank an alle damaligen Helfer und verständnisvollen Dauercamper.
Roger Leisinger
Ehrenpräsident